Lied der Hoffnungslosigkeit
wueste

Trauer schwingt in meinem Herzen und erdrückt mich fast, die Schwere liegt auf meinen Knochen und macht mir die Bewegung schwer, wie gegen eine Mauer aus meiner eigenen Energie laufe ich dagegen und je mehr ich drücke desto stärker wird die Wand und desto schwächer werde ich. Wann, so frag ich mich, ist es endlich vorbei, wann ist der Kampf zu Ende den ich führe, wo ich nur mehr vermuten kann, dass ich ihn eigentlich nur gegen mich selbst führe. 

Wann kapituliere ich, wann höre ich endlich auf in die selben und immer gleichen Fallen zu laufen, ich bin allein und kein Mensch, kein Lebewesen liebt mich, ich kann nichts mehr tun um liebenswert zu sein, ich habe wirklich alles versucht und alles unternommen um geliebt zu werden, doch egal was ich unternommen habe, das Ergebnis war immer das gleiche, ich wurde abgelehnt oder verlassen, warum.., warum bloß hat mich keiner lieb, warum verliebt sich niemand in mich, mir fehlt es so sehr, der eine Mensch, der Partner, das Gegenstück, der eine Mensch der mich so liebt wie ich bin, der mich sexy findet, der zuhört, mich versteht, mich liebt mit Haut und Haar, mit Geist, Seele und Körper, für immer und ewig, für alle Zeiten und Inkarnationen, der eine Mensch, den ich schon ewig kenne, wo ich weiß, dass er da ist, der, nachdem ich ständig und jeden Augenblick Ausschau halte, der auf den ich warte, der sich freut mich zu finden, die Liebe, die eine wahre und einzige Liebe.

Bewerten, alles bewerten, nichts anderes tu ich als bewerten und mich selbst am aller meisten. Zu fett, zu hässlich und zum ersten mal spüre ich wie weh das tut, wie sehr es schmerzt, wenn ich solche Sachen zu mir sage, über mich denke, fühle. Und trotzdem sind sie da, die zu fett, zu hässlich, zu alt, zu jung, zu wenig erfolgreich, zu wenig Energie, zu wenig bewussten, zu wenig liebe, nichts zu geben, dieser Welt, ja trotzdem sind sie da.

Ich spüre die Einsamkeit in mir, ich spüre, dass es schon immer so war, dass es nie anders gewesen ist. Die Illusion war die Hoffnung und das Streben danach nicht alleine zu sein, vergebens, denn selbst unter Tausenden stehe ich alleine, selbst mit täglichen aussergewöhnlichen Liebesbeweisen  wäre ich trotzdem alleine, alleine mit mir, mit meinem Gefühl, mit der Entscheidung, mit meinen Gefühlen und mit meinen unerfüllten Sehnsüchten und Erwartungen, mit meinen schwachsinnigen Hoffnungen und Befürchtungen die sich in keinerlei Richtung jemals bewahrheitet haben. Mit meinen Wünschen deren wirkliche Herkunft ich nicht einmal annähernd erahnen kann.

"You get what you want, but not what you need". Mit meinem Haben wollen und der Tatsache, dass ich mir nicht einmal vorstellen kann, ohne Haben wollen überhaupt leben zu können, Haben wollen, unergründliches und schmerzliches Haben wollen. Ich sehe mich wie ich lebe, in der Hoffnung, endlich das gefunden zu haben wonach ich solange gesucht, wonach ich mich solange gesehnt habe, nur um dann zu erwachen und den Schein zu erkennen, die Illusion die mich umfangen, in die ich freiwillig mit Freude bin gegangen, nur um nicht die Wahrheit sehen zu müssen nur um wieder aus der gewohnten Hoffnung Energie und Leben für mich zu ziehen.
Besseren Wissens mit allen Erwartungen und Leiden die das Haben wollen mit sich bringt, in Schmerz und Pein und Selbstmitleid. Doch nicht genug verbann ich mich wieder in die Einsamkeit, die Wüste dir mir noch immer so vertraut, in der sich jede noch so kleine Emotion, aus dem Vertrockneten hervorhebt wie ein Regenbogen wie noch keiner ihn gesehen, die Wüste, die nichts zulässt, kein Spiel, keine Falschheit, da es zu anstrengend wäre es zu halten, die Hitze und die Trockenheit, werden jedes Charakters Spiegel und bringen dich zum Vorschein wie du bist. Nun zerreißt es mir das Herz beim Schreiben, es sticht und brennt in der ganzen Brust, kaum atmen kann ich noch, so schnürt es mich schon zu, ich schließe meine Augen kurz und atme, doch Tiefe fehlt sogar beim Atmen, so schnaufe ich nur kurz und schnell, in der Hoffnung, dass es nachlässt ……..
Und schon wieder ist es da, das ich hoffe, ich hoffe wie das Schwein vorm Schlachter, dass es nicht passiert und wenn, dann wenigstens schnell vorbeigeht, Hoffnung, das Wort für Opfer und Menschen dir ihr Leben in die Hand anderer geben, die ultimative Ausrede für alle die die Macht an andere gegeben haben, die Macht sein Leben zu bestimmen in fremde Hände gelegt haben. Alles abgegeben an die Eltern, den Partner und an so manche falsche Götter, wird man zum Spielball der Erwartungen, des so sein Müssens. Opfer seiner eigenen Feigheit, der Feigheit Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen, lieber leiden als leben, so kann man dann auch leiden und hoffen ein ganzes Leben lang.  Hoffnung, ha, da kann ich ja nur lachen. Die Wut steigt hoch über die Blödheit, zu hoffen, dass etwas besser wird, zu hoffen, dass sich etwas ändert, zu  hoffen, dass alles gut wird, Schwachsinn, Ausreden, nichts als Ausreden um die eigene Unfähigkeit zu vertuschen, um nichts unternehmen zu müssen, lege ich die Kraft des Universums in die Hoffnung und das wird sie auch immer bleiben, Hoffnung.

Nichts als Hoffnung, nicht mehr und nicht weniger, aus diesem Gesichtspunkt aus betrachtet ist es vielleicht gar nicht so schlecht hoffnungslos zu sein. Auch wenn ich es selbst nicht so empfinde, denn die Hoffnung war ein Teil von mir, ein Antrieb, ein Beweis, ein Grund doch noch einmal aufzustehen, in der Hoffnung, dass es besser wird und so hinterlässt sie ein riesiges Loch, dass zu füllen ich noch nicht sehen kann und doch spüre ich, dass es die Wahrheit ist, mit Hoffnung und noch dazu der Falschen, hat noch keiner was vollbracht.