Loslassen (Teil 1) PDF Drucken E-Mail
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Loslassen ist so eine Sache wo man sich immer wieder fragt, wie lasse ich eigentlich wirklich los und was sollte ich loslassen. Bei pauschalen Formulierungen heißt es dann „Ich lasse los, was nicht mehr zu mir und zu meinem Leben gehört.“ Drei Wochen später hat man dann noch immer dieselben Probleme.  

Los zu lassen ist eine der unangenehmsten und gleichzeitig eine der schönsten Erfahrungen, die man machen kann. In dem Moment wo wir beginnen etwas ganz bewusst loszulassen, entsteht ein Lücke in uns, denn etwas Vertrautes und Gewohntes hinterlässt immer eine Lücke in unserem Sein. Selbst eine sehr unangenehme Gewohnheit, wo wir wirklich froh sind sie los zu werden, hinterlässt am Anfang so eine Lücke, denn das Alte geht, und das Neue hat seinen Platz noch nicht eingenommen. In dieser Zeit ist Loslassen eine sehr unangenehme Erfahrung, da unser Ego und unser Verstand uns den Eindruck vermitteln, wenn wir das jetzt endgültig loslassen, fehlt etwas in unserem Leben. Wir beginnen es zu vermissen und bilden uns dann ein, dass es doch zu unserem Leben gehört und schon ist es mit dem Loslassen wieder vorbei. Wenn wir dieses Spiel des Loslassens und des Wiederholens öfters machen kommt uns irgendwann einmal das Leben zur Hilfe. Jeder von uns hat das schon erlebt und weiß wie ungern wir uns dann von etwas trennen, was wir in Wirklichkeit schon lange loslassen wollten.

Im besten Fall, erkennt man, dass es gut ist, wie es gekommen ist und bedankt sich beim Leben für die Hilfe. Oft brauchen wir aber einige Zeit, um uns in der neuen Situation zurecht zu finden, aber im Nachhinein betrachtet, wenn unser kleines Ego die neue Situation endlich akzeptiert hat, kommt man dann oft zu dem Schluss „Das hätte ich schon viel früher machen sollen“ und fällt damit gleich wieder ins andere Extrem. Man glaubt dann wirklich man hätte die Beziehung schon früher beenden müssen, den alten Job schon lange kündigen sollen. Man hat dann irgendwie das Gefühl Zeit verschwendet zu haben und nimmt sich vor das nächste Mal früher zu handeln. 

Im schlechtesten Fall glauben wir, dass Leben hat uns etwas genommen, das zu uns gehört und das wir um jeden Preis wieder haben müssen, wir hadern dann mit unserem Schicksal und sind auf keinen Fall bereit die neue Situation zu akzeptieren. Manche Menschen verbringen Jahre damit sich dagegen zu wehren, mit dem Endergebnis, dass es sehr viel Kraft kostet und dem Ergebnis, das wir nicht festhalten können, was nicht mehr in unser Leben passt.

Tatsache ist, was zu uns und unserem Leben gehört, kann und wird uns nicht genommen. Was nicht mehr zu uns und unserem Leben gehört, können wir um keinen Preis halten.